Progressives Gerätetraining und spezifisches Gruppentraining bei MS

Christoph Jolk, Sporttherapeut am Gesundheitszentrum Vreden, sowie Dr. Lydia Bernhardt und Dr. Martin Marziniak, Neurologen an der Universitätsklinik Münster, untersuchten gemeinsam mit dem Institut für Sportmedizin der Universität Bochum den Einfluss verschiedener Trainingsarten auf die Muskelkraft sowie auf Koordination/Gleichgewicht bei MS-Patienten.

Die 69 Studienteilnehmer wurden in drei Gruppen aufgeteilt:

  • Gruppe 1: Die MS-Patienten erhielten über zwölf Wochen einmal pro Woche 60 Minuten ein so genanntes progressives Gerätetraining. Sie begannen mit einem Warm-up auf dem Fahrradergometer, darauf folgten zwei Gleichgewichtsübungen und acht ausgewählte Übungen an Kraftgeräten. Der Schwierigkeitsgrad der Übungen wurde regelmäßig gesteigert und von der subjektiven Stimmung des Patienten abhängig gemacht.
  • Gruppe 2: Die Teilnehmer absolvierten über zwölf Wochen einmal pro Woche 60 Minuten ein Stabilisationstraining in der Gruppe.Dies bestand aus Aufwärmen, Gleichgewichtsübungen, Kräftigung von Muskeln mit Paresen sowie Dehnung von Muskeln mit Spastiken.
  • Gruppe 3: Diese Patienten erhielten kein körperliches Training. Sie dienten als Kontrollgruppe.

Die Studie kam zu folgenden Ergebnissen:

  • Das progressive Gerätetraining verbesserte die Muskelkraft (besonders im Bereich der Rumpfmuskulatur) und das Gleichgewicht.
  • Auch das Stabilisationstraining verbesserte sowohl die Muskelkraft (besonders an den Beinen und im Bereich der unteren Rückenmuskulatur) als auch das Gleichgewicht.

Die geprüften Trainingsmaßnahmen könnten daher eine geeignete Maßnahme sein, um bei MS-Patienten neurologische Defizite, wie z. B. eine Muskelschwäche oder Gangstörungen, zu verbessern.